Suedinsel – Teil zwei bis zum neusten Stand!

So, weiter gehts mit dem Bericht von der Suedinsel.

Nach einer kurzen Nacht in Queenstown haben Sandra und ich uns schon frueh morgens per Shuttle auf den Weg zum Routeburn Track gemacht. Dieser fuehrt ueber 35 km durch den Fiordland Nationalpark. Wir hatten zwei Uebernachtungen im Zelt und eine in einer Huette angesetzt. Tag eins begann, abgesehen vom fruehen Aufstehen, eigentlich relativ gemuetlich. Bepackt mit rund 15 kg Gepaeck, u.a. das Essen fuer 3 1/2 Tage, (unsere restlichen Sachen konnten wir per Bus an unsere naechste Station vorschicken lassen!) sind wir etwa 3 Stunden nur leicht bergauf durch den Regenwald bis zum ersten Campground gelaufen. Am Nachmittag haben wir uns kurz im kalten Fluss erfrischt, dann von der Sonne verwoehnen lassen und die Aussicht auf die Berge genossen. Am folgenden Tag ging es dann bergauf. Und dies teilweise recht steil und kontinuerlich ueber einige Stunden, so dass wir bald schon die Baumgrenze hinter uns gelassen hatten und nur noch Buesche und paar Blumen zwischen den Felsen wachsen. Am Scheitelpunkt des Tracks ging es nach einigen Stunden dann noch auf einen Track zum Gipfel. Diese 1 1/2 Stunden konnten wir zum Glueck ohne unseren grossen Rucksack bewaeltigen, die haben wir auf der Huette zwischengelagert. Die Aussicht bei bestem Wetter, die Sonne schien fast die ganze Zeit waehrend unserer Wanderung, war einfach fantastisch und so konnten wir dann auch den Milford Sound sowie die Tasman Sea, neben vielen anderen Bergen, in der Ferne entdecken. Nach etwa 8 Stunden kamen wir dann am Lake McKenzie und dem Campground an. Auch hier bin ich wieder rein, jedoch war auch dieser sehr erfrischen, sprich schweinekalt, und nicht so angenehm wie sein Namensvetter auf Fraser Island. Die Berge haben sich aber schoen auf der Wasseroberflaeche gespiegelt.
An Tag drei ging es dann wechselweise bergauf und bergab, so dass wir dann schon bald wieder runter in den dicht mit Moss bewachsenen Regenwald kamen. Zum Glueck gings an diesem Tag wieder nicht so lange, so dass wir am fruehen Nachmittag schon an der Huette waren. Nebenan konnte ich mich dann wieder erfrischen und zwar im Lake Howden. Das Sonnenbad anschliessend tat gut, sofern ich mal von den ueberaus laestigen Sandfliegen absehe, denn trotz des staerksten Insektenschutzmittels kamen sie nach einer Weile und haben die Stellen gefunden die ich wohl nicht eingesprueht hatte. In 2 Stunden hab ich etwa 50-60 dieser kleinen Mistviecher zerquetscht, manche leider erst nachdem sie mich gestochen hatten.
Am vierten Tag ging es dann nur noch 15 Minuten bergauf und 45 bergab bis zum Endpunkt des Tracks, direkt am Highway zum Milford Sound. Da Sandra mit einem anderen den sie getroffen hat noch etwas anderes anschauen wollte, ist sie schon frueher los und so hab ich dann dort alleine auf den Bus gewartet und gewartet und gewartet und…

Da es dort, wie eigentlich ueblich in den Nationalparks, kein Handyempfang gibt und auch kein Telefon gibt, konnte ich mich also nicht informieren und hab demnach ueber 2 Stunden auf den Bus gewartet. Dieser kam dann endlich und hatte maechtige Probleme mit Motor und Getriebe so dass wir dann die rund 90 km zum Milford Sound mehr ueber die Berge gehuepft denn gefahren sind, echt uebel, aber jetzt weiss ich wie sich ein junges Kaenguru im Beutel der Mutter fuehlen muss…
Im Milford Sound angekommen ging es dann mit einer Stunde Verspaetung auf ein Schiff, welches uns durch den spektakulaeren Fjord fuhr. Die steilen Felswaende ragen bis zu 1400 Meter ueber das Wasser empor. Unzaehlige Wasserfaelle fliessen herunter, wobei einige groessere ganzjaehrig fliessen, manche nur nach Regenfaellen.
Nach der Cruise ging es dann mit einem Bus der Schiffgesellschaft (!) weiter bis nach Te Anau wo wir abgeladen wurden. Hier hatte ich dann mal wieder Empfang und konnte so Sandra kontaktieren und siehe da, sie war mit auch vor Ort und so konnte ich dann mit ihr und Pat, einem in NZ wohnhaften Ami, weiter zu unserem naechsten Quartier nach Manapouri fahren.

Am Tag darauf sind wir beide auf eine Schiffsfahrt zum Doubtful Sound gegangen. Erst ging es per kleinerem Schiff ueber den Lake Manapouri, dann per Bus ueber ne 20 km lange Schotterpiste quer durch den bergigen Wald zum Doubtful Sound. Dort sind wir an Bord eines grossen Segelschiffes gegangen, welches uns durch den Doubtful Sound geschippert hat. Leider war es hier etwas regnerisch und bewoelkt, aber so muss es wohl auch ausgesehen haben, als Captain Cook vor langer Zeit dort war und seine Zweifel hatte dort hinein zu fahren, daher auch der Name, Doubtful Sound. Am Nachmittag konnten wir dann noch vom Boot aus in Kajaks und damit selbst den Sound erkunden. Ein schoenes, wenn auch feuchtes Erlebnis. Zurueck auf dem Schiff gab es ein sehr feines Buffet und auch das Fruehstueck am naechsten Morgen war sehr gut. Auf dem Rueckweg durch den, gluecklicherweise nicht so wie der Milford Sound von Touristen und Schiffen belagerten, Doubtful Sound, haben wir dann noch Seehunde und Delfine entdeckt, sowie einige Minuten in kompletter Stille verbracht, so dass wir die Voegel zwitschern, die Wasserfaelle plaetschern und paar Asiaten knipsen hoeren konnten. Die haben wohl mal wieder nicht verstanden, dass alle ruhig sein sollten, aber es dann doch bald gemerkt.
Zurueck ging es dann wieder per Bus und dann per Boot und per Auto von der Faehranleger bis zu unserer Unterkunft davor. Hier sollten wir von unserem Reisebus wieder mitgenommen werden. Sollten…

Nachdem ich weit mehr als eine Stunde am Strassenrand gestanden habe, kam er ploetzlich angebraust und ist auch trotz meines Winkens an mir vorbeigerauscht. So musste ich dann die Notrufnummer von Stray anrufen und nach einigem Hin und Her und noch weiteren Telefonaten um einiges abzuklaeren, war dann klar, dass der Bus weg war, nicht zurueck kommt und wir schauen mussten wie wir nach Tuatapere kommen, wo der naechste Nachtstopp des Buses war. In der Unterkunft waren einige Israelis, da jedoch Samstag war, durften die nicht fahren, Sabbath. Zum Glueck war noch ein in den USA lebender Deutscher da und er hat sich dann bereit erklaert uns die 1 1/2 Stunden nach Tuatapere zu fahren, so dass wir dann nach 22 Uhr ankamen. Dort mussten wir feststellen, dass der Busfahrer uns wohl gesucht hat, jedoch in Te Anau und nicht in Manapouri. Zudem hat er wo anders eine Englaenderin bei nem Toilettenstopp vergessen und sie war 2 1/2 Stunden weg und alleine, aber kam dann auch an. Da wir zu spaet waren, haben wir auch die Farmshow mit Schafscheren etc verpasst. Nun denn, dann halt eben nicht. Hauptsache wir waren wieder dabei, denn im Sueden der Insel faehrt der Bus nur alle paar Tage und wir wollten ja am naechsten Tag nach Stewart Island.

Nach ein paar Stunden Busfahrt und wieder allen Passagieren an Bord, kamen wir dann in Bluff an. Von dort ging es auf die sehr rauhe Faehrueberfahrt nach Stewart Island. Schlafen ist die beste Medizin und daran hab ich mich gehalten 🙂
Auf der dritten Hauptinsel Neuseelands angekommen, haben Sandra, Anna, Lena und ich uns einen kleinen Wagen gemietet und so die rund 20 km Strassen unsicher gemacht und sind zu den Ausgangspunkten von kleineren und mittleren Wanderwegen gefahren. Insgesamt waren wir dann knapp 4 Stunden zu Fuss unterwegs und sind stolze 28 km gefahren 😀 Die Insel ist sehr skurill und es gibt viele verlassene Haeuser und Schiffe zu sehen, sowie viel Natur.

Am naechsten Morgen ging es dann wieder zurueck mit der Faehre, diesmal weniger schaukelnd und anschliessend hat uns der Bus wieder mitgenommen. Weiter ging es nach Dunedin. Hier habe ich am Nachmittag an der Speight’s Brauereitour mitgemacht, welche sehr interessant war, doch leider treffen die produzierten Biersorten nicht wirklich mein Geschmack. Am folgenden Morgen habe ich dann mit einigen anderen noch die Cadbury Schokoladenfabrik besucht. Hier musste jeder eine schicke Haube aufsetzen und da ich mich ein paar Tage nicht rasiert hatte, bekam ich auch noch so einen schicken Schutz fuer meine Haare im Gesicht. Kam mir vor wie ne afghanische Frau, nur in weiss und zum Glueck nur fuer die Dauer der Tour. Hier wurden wir bei jeder Etappe mit Schokoriegeln und dergleichen versorgt, jedoch haben auch die einige merkwuerdige Sachen, aber nun denn, andere Laender, andere Geschmaecker 😉

Von Dunedin ging es dann zurueck nach Queenstown und darauf habe ich mich schon gefreut, denn endlich mal wieder ein paar Naechte am gleichen Ort verbringen, ohne gleich wieder auschecken zu muessen. So habe ich es tagsueber gemuetlich angehen lassen, bin gemuetlich an See, hab die Sonne genossen, abends mal wieder mit paar vom Bus ausgehen und am letzten Tag bin ich dann mit der Gondel nen Berg hoch um die Aussicht zu geniessen und ne Art Rodelbahn (luge) runterzufahren. Auf dem Weg dahin hab ich 5 Maedels vom Bus getroffen, so musste ich nicht alleine hin. Zudem konnten wir ein kleines Rennen veranstalten, was es natuerlich etwas spassiger macht.

Auf dem Weg von Queenstown nach Christchurch habe ich einen Stopp in Geraldine bzw. Peel Forest eingelegt und bin dann mit zwei hollaendischen Maedels vom Bus, Sandra und Ryanah, ausgestiegen um nochmals raften zu gehen. Auch hier mussten wir ueber eine Stunde warten, bis uns der Bus der Raftinggesellschaft abgeholt hat. In der gemuetlichen Huette in Peel Forest konnten wir uns dann auf das Raften am naechsten Tag vorbereiten, sprich ausschlafen, juhe.
Am Vormittag ging es dann los zum Rangitata River. Die beiden Maedels und ich, sowie drei Amis und unser lustiger Guide waren in einem Boot. Der Anfang war recht gemuetlich, so dass die Zeit fuer Einweisungen und dergleichen genutzt werden konnte. Dann ging es los mit einigen Grade 3 und 4 Rapids (Stromschnellen) welche jedoch kein wirkliches Problem darstellten. Die beiden Grade 5 Rapids haben wir uns dann erstmal von oben angeschaut. Den ersten sind wir perfekt runtergekommen und hatten so ziemlich die Ideallinie erwischt obwohl wir abbremsen mussten, um nicht ein anderes Boot zu rammen. Trotzdem kamen wir nicht in einen Strudel, sondern sind noch druebergerutscht. Der naechste hatte es dann in sich. Da ich auf der Seite mit zwei Maedels sass, hab ich meist kraeftiger gepaddelt um die andere Seite auszugleichen, denke das war gut so. Wir kamen dann in einen Strudel, ziemlich in Schraeglage und waeren fast umgekippt, so dass ich, auf Anweisung, nach links gesprungen bin, direkt auf die Felswand zu und mit Hilfe der anderen konnten wir zusammen verhindern, dass wir kentern. Die beiden hollaendischen Maedels hatten da verstaendlicherweise keine Lust dazu, denn sie waren in dem Unfallbus. Der Guide hat nicht damit gerechnet, dass wir es schaffen und auch der Fotograf hat gedacht, dass wir gleich baden gehen. Taten wir nicht, dafuer haben die anderen Boote einige Passagiere verloren 😀
Danach konnte wer wollte, noch von zwei Klippen runterspringen. Die erste war so 4 -5 m hoch und leicht zu bewaeltigen, die zweite war so 9 – 10 m und hat schon einige Verletzte hervorgebracht. Diesmal jedoch nicht und es war ein Spass, wenn auch maechtig hoch. Augen zu und runter 🙂 Mit ein paar kleineren Rapids ging der Trip dann zu Ende und als Belohnung gab es ein feines Barbeque bevor wir nach Christchurch gebracht wurden.

Hier habe ich nur eine kurze Nacht verbracht, denn gestern ging es ja gleich wieder am Morgen nach Kaikoura. Den Nachmittag habe ich gemuetlich im steinigen Strand verbracht und mich von der Sonne verwoehnen lassen, denn sie war in den letzten Tagen doch etwas rar. Heute morgen musste ich dann um 4.30 Uhr aufstehen, denn um 5.30 Uhr ging es los mit der Delfinschwimmtour. Nachdem alle eingekleidet und wir nach einem Briefing mit dem Bus zum Boot gefahren wurden ging es raus auf den Pazifik. Es war eine ziemlich rauhe Fahrt bis zur ersten Gruppe Delfine und dann hiess es rein ins kalte Nass. Den meisten war nicht so gut, ich eingeschlossen. Im Wasser wurde es besser und kurz darauf sind schon die Delfine in kuerzestem Abstand an mir vorbeigeflitzt und um mich herumgeschwommen. Einfach herrlich. Hab mich paar Mal im Kreis gedreht und der Delfin mit mir, bis mir schwindlig wurde und ich aufhoeren musste. Insgesamt sind wir vier mal rein und aus und den Delfinen wieder hinterher. Nachdem schwimmen haben wir sie noch eine Weile beobachtet und ihnen bei ihren Spruengen und Saltos zugeschaut und fotografiert. Etwa die Haelfte an Bord wurde durch die Schaukelei seekrank, mir wars ja auch nicht so gut, aber fast haette es mich bei deren Anblick auch noch erwischt…
Aber es war ein sehr schoenes Erlebnis und ich freu mich, dass es im 3. Anlauf doch noch geklappt hat mit diesen wunderbaren Tieren zu schwimmen.

Nun warte ich noch in Kaikoura bis der Bus mich nach Christchurch zurueckfaehrt. Dort werde ich dann die letzten Tage verbringen, bevor ich am Donnerstag Nachmittag anch Auckland und von dort am Abend weiter nach LA fliege wo ich am Donnerstag Morgen ankomme. Ich komme also an, bevor ich abfliege. Sehr verwirrend.
Am Freitag geht es dann quasi wieder zurueck, nach Honolulu auf Hawaii.

Also, dann mal viele Gruesse an alle, ich hoffe ich komm auch noch dazu Fotos hochzuladen, mal schauen.

In diesem Sinne, bis hoffentlich bald wieder.

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