Actionreiche Tour ueber die Nordinsel!!!

So, nachdem Martin und Christoph schon wieder zurueck in Deutschland sind, habe ich endlich wieder Zeit ueber meine bzw. unsere Erlebnisse der letzten 10 Tage zu berichten.

Nachdem wir ja am 9. sportlich sehr aktiv waren, sind wir dann doch noch laenger in Rotorua geblieben und haben es am Tag darauf etwas ruhiger angehen lassen, denn wir sind zu „Te Puia“ gegangen. In dieser Maori Thermallandschaft gibt es neben Maori-Kultur inklusive Tanzauffuehrungen, unter anderem des „haka“, des Kriegstanzes der Maoris, welchen auch die neuseelaendischen Rugbyspieler vor ihren Spielen auffuehren, auch noch den hoechsten Geysir Neuseelands, den „Pohutu“. Kurz bevor dieser ausbricht, wird er von seinem kleineneren Partner nebenan, dem „Prince of Wales Feather Geysirs“ durch dessen Ausbruch angekuendigt. Zudem gibt es noch einige lustig blubbernde Schlammloecher zu sehen und ein Kiwi-Haus in dem die Nacht simuliert wird, damit man den Kiwi(vogel) beobachten kann. In dieser grossen Thermallandschaft riecht es ebenso wie in fast ganz Rotorua sehr stark nach Schwefel. An diesem herrlich sonnigen Tag konnten wir uns also bisschen fuer die naechsten Tage erholen.

Am 11.1. sind wir dann also zurueck in den Norden, zur Bay of Plenty, nach Whakatane (sprich Fa-ka-ta-ne) und dort haben wir eine Bootstour mitgemacht, in der Hoffnung mit Delfinen schwimmen zu koennen. Wir haben auch kurz welche gesehen, jedoch sind diese schnell neben dem Boot hergeschwommen anstatt anzuhalten, so dass der Skipper entschieden hat ne andere Gruppe zu suchen. Das hat jedoch nicht geklappt und so sind wir dann nur in einer ruhigeren Bucht ein bisschen umhergeschnorchelt, jedoch gab es dort nicht viel zu sehen. Fazit war, dass wir dann noch 2 Stunden in der Bay of Plenty rumgeschippert sind, die Wellen maechtig hoch war, die Tour nicht sonderlich angenehm war und wir am Ende nicht mit Delfinen geschwommen sind, also ausser Spesen nix gewesen 🙁
Nach dieser Schaukeltour mussten wir uns erst mal wieder erholen bevor wir in die Mitte der Nordinsel, nach Taupo, fahren konnten.

Am Samstag, den 12., ging es dann wieder sportlich weiter, denn wir haben mit einem Tourguide eine zweistuendige Mountainbike-Tour unternommen, welche uns doch sehr herausgefordert hat. Es ging ueber schmale Pfade quer durch den Wald, rauf und runter und wir mussten sehr konzentriert fahren, damit wir nicht den Hang runterfahren. Verbunden war die Tour mit wunderbaren Aussichten auf die Natur und die enormen Huka Falls am Waikato River.
Direkt nach der Radtour ging es dann mit einer Kajaktour auf dem Waikato River weiter. Auch hier konnten wir die Landschaft geniessen und zwischendurch mal an Land gehen und uns in einem sehr warmen Zufluss entspannen. Waehrend der Fahrt auf dem Fluss sind wir unter dem Taupo Bungy durchgefahren und Martin hat sich dabei entschlossen, danach noch die 47 m runter zu springen. Im Anschluss nach Martins Sprung in den Fluss, sind wir weiter gefahren und zwar Richtung Tongariro National Park, auch bekannt als „Mordor“ aus Herr der Ringe.

In der gemuetlichen Discovery Lodge haben wir uns dann fuer die naechsten beiden Tage eingerichtet. Am Sonntag ging es dann schon um 5.30 Uhr mit dem Bus zum Ausgangspunkt der Tageswanderung, des „Tongariro Crossing“. Dieser Wanderweg fuehrt 18,5 km lang ueber teilweise sehr anspruchsvolles und steiles Terrain und zudem ca. 1000 m Hoehenmeter nach oben und 1400 m wieder runter. Auf einem Plateau konnte man dann noch eine Seitenwanderung zum Gipfel des Mount Ngarouhu, bekannt als Schicksalsberg, unternehmen, welches aber weitere 2 Stunden und 600 Hoehenmeter mitsichbringt. Christoph und ich haben uns entschieden den normalen Weg fortzusetzen, Martin ist dann noch hoeher hinaus. Wir sind dann gemuetlich mit einigen Pausen um die wunderbare Landschaft zu geniessen weitergelaufen und konnten den Tag geniessen und haben es zudem locker auf den ersten Bus um 13.30 geschafft. Martin ist fast komplett durchgelaufen und kam kurz vor Abfahrt des zweiten (und auch letzten) Buses um 14.30 am Parkplatz an. Den restlichen Tag haben wir nach der 7 bzw. 8 stuendigen Wanderung gemuetlich ausklingen lassen, denn am Montag ging es ja auch schon weiter.

Und zwar hat uns der naechste Berg gerufen, der Mount Ruhapehu. Mit seinen rund 2700 m ist es der hoechste Berg im Tongariro National Park. Es ist ein aktiver Vulkan, welcher 1995 zum letzten Mal ausgebrochen ist, womit dann die Skisaison 1996 ausgefallen ist. Wir sind dann erst mit dem Skilift bis auf 2200 m und haben uns dann von dort aus zu Fuss auf den Weg zum Gipfelkrater gemacht. Dieser fuehrte uns wieder ueber unwegsames Gelaende mit grossen und losen Steinen sowie auch ueber Eis und Schnee. Am Gipfel angekommen sind wir noch halb um den Krater herum bevor es dann wieder an der Zeit war hinunterzugehen. Dies haben wir jedoch nicht immer gemacht, denn da war ja schliesslich noch Schnee und so haben wir uns auf unsere Hosenboden gesetzt und sind den Hang hinuntergerutscht wie in den guten alten Zeiten. Das ging ganz schoen rasant zur Sache und hat maechtig viel Spass gemacht 🙂
Nach rund vier Stunden sind wir dann wieder an der Bergstation angekommen und haben dort im Cafe noch gemuetlich was getrunken und gleichzeitig die Sonne und die herrliche Aussicht genossen.

Im Anschluss an die zweite Bergtour sind wir dann quer durchs Land, ueber eine sehr kurvige Schotterpiste die Huegel rauf und runter vorbei an Graslandschaften mit unzaehligen Schafen, nach Napier gefahren wo wir uns in einer gemuetlichen Lodge einquartiert haben. In unserem Zimmer war ein grosser Whirlpool und so konnten wir unsere mueden Beine bisschen auffrischen. Einfach herrlich.
Am folgenden Tag sind wir morgens dann kurz an den steinigen Strand und in den recht frischen Pazifik bevor wir dann auf eine Weinprobentour sind. Wir wurden von einem Kleinbus abgeholt und konnten dann beruhigt die Weine von vier Weinguetern geniessen. Am fruehen Abend waren wir dann wieder froehlich zurueck und haben uns dann abermals in einem guten Restaurant verkoestigen lassen.

Am Mittwoch ging es dann von Napier ueber die gleiche Schotterpiste zurueck ins Landesinnere und zwar zum River Valley. Dort sind wir dann auf eine dreistuendige Raftingtour auf dem Rangitikai River, abermals eine Grade 5 Tour. Diese war technisch viel anspruchsvoller als die erste, denn es war teilweise recht wenig Wasser im Fluss, so dass wir uns hin und herlehnen mussten, um ueber die Steine zu kommen, denn die Wege waren teilweise recht schmal fuer das Boot. In ruhigerern Abschnitten sind wir dann ins Wasser und konnten uns treiben lassen oder auch einmal einen Felsen hochklettern und aus 9 m Hoehe hinunterspringen. Ein sehr toller Trip mit spannenden Stromschnellen in fantastischer Landschaft bei bestem Wetter. Nur haben wir hier die erste Bekanntschaft mit den Sandfliegen gemacht. Das sind ganz kleine Viecher mit ganz grosser und juckender Wirkung. Bin mal gespannt was mich da an den Straenden der Suedinsel erwartet…
Nach dem Raften ging es dann auf direktem Weg nach Wellington, in die „City of Winds“, wo wir spaet abends noch eine Unterkunft gefunden haben. Jedoch nur fuer eine Nacht, denn am naechsten Tag war das YHA ausgebucht, denn „The Police“ spielte in der Stadt, so mussten wir uns ne andere Bleibe suchen und wurden gluecklicherweise auch fuendig. Leider sind wir nicht zum Konzert, den letzten gemeinsamen Abend haben wir dann beim Inder ausklingen lassen. Martin ist dann am Freitag frueh morgens an Flughafen, Christoph habe ich dann am Nachmittag mitsamt dem Mietwagen abgeliefert, nachdem wir zuvor noch im „Te Papa Nationalmuseum“ waren. Ein sehr schoenes Museum, wo ich nochmals hingehen moechte, denn wir konnten nicht alles in der kurzen Zeit besichtigen.

Das Wellington die City of Winds ist, ist auch deutlich zu spueren, denn es windet so gut wie immer. Da jedoch gerade kraeftig die Sonne scheint, ist das halb so wild, sondern eher angenehm 🙂
Seit die beiden weg sind, nehme ich es eigentlich gemuetlich und bin dabei meine Reise auf der Suedinsel vorzubereiten.
Am Freitag habe ich dann noch Thom, einen Englaender mit dem ich auf der Tour im Nordwesten war, mit seiner Freundin wiedergetroffen und wir haben ein paar Bars abgeklappert.
Nach dem ersten laengeren Ausschlafen seit langem am Samstag bin ich dann bisschen in die Stadt bevor ich am Abend Berit, eine Belgierin mit der ich in Perth im gleichen Hostel gewohnt habe, wiedergetroffen habe. Lustigerweise wohnt sie jetzt schon wieder im gleichen Zimmer wie ich.

Heute war ich wieder am Planen und zudem noch im Sommerschlussverkauf (klingt verrueckt im Januar, ich weiss, ist aber hier so, hehe) paar neue Klamotten einkaufen, da ich ja gluecklicherweise Christoph rund 6 kg Gepaeck mitgeben konnte, habe ich nun kaum noch was zum Anziehen und zudem bisschen Platz im Rucksack der gefuellt werden kann. Am fruehen Abend bin ich dann noch mit dem „Cable Car“ von der Stadt aus hoch zum Botanischen Garten und habe mir den angeschaut. Eigentlich wollte ich die Ruhe dort geniessen, aber derzeit ist da jeden Abend um 20 Uhr ein Konzert und der Park war rund um die Arena proppenvoll mit picknickenden Kiwis. Da ich nicht darauf vorbereitet war und keine Lust hatte noch 45 Min zu warten bis es losgeht, bin ich dann noch durck den Kraeute- und den Rosengarten zurueck in die Stadt um nun endlich meinen Bericht zu Ende zu schreiben, was somit nun auch geschehen ist. Juhe, ich habe euch wieder auf den neusten Stand gebracht. Fotos folgen beim naechsten Mal, jetzt geh ich wohl noch ins Kino und lasse dort den Abend ausklingen.

Morgen am 21.1. ist „Wellington Aniversairy Day“, d.h. Wellingtons Geburtstag und da bin ich mal gespannt was da so geboten wird oder ob einfach nur ein grossteil der Laeden geschlossen haben. Immerhin haben ja die meisten sonntags auf.
Bis zum 24. werde ich noch in Wellington sein, denn bis dahin konnte ich mich im YHA einbuchen und da habe ich dann vor auf die Suedinsel ueberzusetzen.

Viele Gruesse an alle die sich durch diesen abermals langen Bericht durchgelesen haben und auch auf diesem Wege nachtraeglich noch viele Geburtstagsgruesse an Michl in Mannheim!

Bis zum naechsten Bericht gruesse ich euch aus der herrlich sonnigen City of Winds!

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