Great Ocean Road und Wildlife Woche vom Feinsten!!!

So, da bin ich wieder.
Nachdem Martin und ich in der vergangenen Woche sehr viel erlebt haben, ist es jetzt wieder mal an der Zeit davon zu berichten.
Also nehmt euch paar Weihnachtsplaetzchen, nen Tee und bisschen Zeit.
Nachdem wir also letzten Sonntag dann Robe verlassen haben, ging es erst nach Beachport. Dort haben wir vom ca. 700 m langen Jetty (Bootssteg) bei schoenem Wetter die Kueste bewundern koennen bevor wir nach Mount Gambier gefahren sind. Hier gibt es einige erloschene Vulkane in deren Krater sich Seen gebildet haben, welche heutzutage mit zu den groessten Frischwasserreservoiren Australiens gehoeren, wie z. B. der Blue Lake, welcher in der Tat fantastisch blau ist. Anschliessend ging es dann weg von der Kueste in den Grampians National Park, wo wir in einer sehr gemuetlichen Jugendherberge in Halls Gap uebernachtet haben. Auf dem Weg dorthin sind wir noch an den Wannon Falls vorbei.

Am naechsten Morgen haben wir ein paar kleinere Rundwanderungen gemacht. Zuerst ging es zum Baroka Lookout, wo man ein Teil der Grampians ueberblicken kann. Vor 2 Jahren gab es in diesem Nationalpark einen grossen Waldbrand und die Spuren waren noch deutlich zu sehen, denn die meisten Baeume waren noch schwarz und verkohlt. Weiter ging es zu den Balconys, einer ueberhaengenden Felsformation und danach sind wir zu den bekannten MacKenzie Falls. Erst haben wir sie von oben bestaunt, danach sind wir hinuntergestiegen und konnten sie von der Naehe geniessen.
Am Nachmittag mussten wir dann leider schon wieder weiter, aber bevor es soweit war, haben wir auf die ersten Kontakte mit dem australischen Wildlife gehabt. Am Morgen mussten wir leider ein frisch ueberfahrenes Kaenguru sehen, dessen Kumpel trauernd am Strassenrand sass. Etwas spaeter ist uns dann in einiger Entfernung ein Kaenguru ueber die Strasse und ab in Wald gehuepft bevor wir dann einen Echidna, einen Schnabeligel, gesehen haben. Sehr stachelig dieses kleine Kneul. Wieder zurueck an der Kueste haben wir erst einmal Port Fairy einen kurzen Besuch abgestattet. Von hier aus sind wir dann wieder die faszinierende Great Ocean Road, direkt an der Kueste entlang gefahren und konnten viele unterschiedliche und beeindruckende Felsformationen und Klippen bewundern. Darunter waren die „Grotto“, „London Bridge“, wo wir aus der Ferne am Strand auch schon unseren ersten Seeloewen entdecken konnten. Weiter ging es nach Port Campbell und kaum sind wir in die Morris Street eingebogen, da haben wir auch den ersten Koala entdeckt. Er sass gemuetlich auf dem Strassenschild und hat wohl die Adresse gecheckt. Kurz darauf kamen auch schon zwei Ranger und wollten ihn einfangen, jedoch kann ein Koala doch recht flink den Baum oder hier den Strommast mit Strassenschild hochklettern.
Passend zum Sonnenuntergang sind wir dann bei den „Twelve Apostels“ angekommen und mussten uns dann mit vielen anderen Touris die Aussichtsplattformen teilen. Jedoch gibt es da genuegend davon, so dass es sich gut verteilt hat. Es ist schon sehr imposant zu sehen wie das Meer im Laufe der Zeit das Gestein zerfrisst und ein Teil dieser Felsen (vorerst) noch stehen laesst.
Nachdem wir dann in der Dunkelheit fahren mussten, haetten wir fast noch unser Abendessen erlegt, denn wie aus dem Nichts kam ploetzlich ein recht grosses Kaenguru aus dem Wald gehuepft und direkt vor unseren Wagen. Martin konnte zum Glueck rechtzeitig bremsen, so dass es in ca. 1 – 2 m vor unserem Auto hergehuepft ist. Anschliessend ging es ein wenig langsamer und noch aufmerksamer voran und so kamen wir doch recht spaet in der erneut sehr tollen Jugendherberge in Apollo Bay an, wo wir todmuede ins Bett gefallen sind. Die lange Fahrt und einiges laufen sowie die aufregende Tierwelt machen sich dann schon bemerkbar und der naechste Tag versprach auch noch viele Erlebnisse.

Von Apollo Bay aus sind wir erst nochmals ein Stueck zurueck in den Otway National Park gefahren. Kaum sind wir von der Great Ocean Road in den Park eingefahren, da haben wir auch schon den naechsten Koala im Baum sitzen sehen und es folgten noch viele weitere. Am Cape Otway haben wir dann den Leuchtturm besucht und konnten von oben die Aussicht geniessen. Es war sehr windig dort oben, doch da hatte man wenigstens seine Ruhe vor den Hunderten von Fliegen die staendig um einen schwirrten. Martins Ruecken war ein besonders beliebter Landeplatz und so hab ich da mal bisschen aufgeraeumt. Mit 5 Schlaegen konnte ich etwa 25 Fliegen erledigen. Keine schlechte Quote, jedoch hoffnungslos, da gleich neue ankamen…
Auf dem Rueckweg haben wir dann noch eine Koalamutter mit einem etwas groesseren Jungen am Ruecken entdeckt.
Kurz darauf lag und nach einigen hundert Kurven, lag die Great Ocean Road auch schon wieder hinter uns und nach einem weiteren Leuchtturm sind wir dann in Geelong, rund 80 km vor Melbourne und Stadt des aktuellen Footy (Australian Rules Football) Champions angekommen.

Am Mittwoch kamen wir dann in Melbourne an und wurden erstmal von dem vielen Verkehr erschlagen. Unser erster Weg fuehrte uns direkt ins Parkhaus nahe des Visitorcenters wo wir unsere naechsten Tage planen und buchen wollten, denn es ist ja Hochsaison und wir hatten die Faehre fuer Tasmanien noch nicht gebucht. Nach knapp 2 Stunden war dann alles geklaert und zudem hab ich noch eine Hoellaenderin wiedergetroffen, welche vor ueber 2 Monaten im Hostel in Darwin im gleichen Zimmer wie ich wohnte. Nachdem wir dann im Hostel eingecheckt haben, ging es ersteinmal in die Stadt, jedoch nicht zum Sightseeing, sondern ins Bad mit Spa. Das hatten wir uns verdient und das tat uns auch sehr gut, denn anschliessend waren wir wieder fit genug um am Abend mit Paul, einem Englaender den Martin auf dem Flug kennengelernt hatte, ein paar Bierchen trinken zu gehen und sehr angeregte Diskussionen zu fuehren, beispielsweise um die Rolle Deutschlands und Englands in der Welt und natuerlich noch vieles andere mehr.
Nachdem wir dann voellig die Zeit vergessen hatten war es auch schon recht spaet und so musste ein kurzer „Powernap“ ausreichen, denn wir hatten geplant Melbourne gleich wieder zu verlassen und nach Phillip Island zu gehen. Meine Insel, nur etwas falsch geschrieben 😉
Dort angekommen, ging es am spaeten Nachmittag erst zu „The Nobbies“ wo man viele Voegel, hauptsaechlich Moewen betrachten kann, denn diese brueten dort. Etwa 1-2 km raus ins Meer ist der „Seal Rock“. Dort leben etwa 2.000 Seeloewen, welche von diesem Punkt aus leider nicht zu sehen waren.
Die Hauptattraktion von Phillip Island ist jedoch ohne Zweifel die Pinguin Parade der „Little Penguins“, der kleinsten der weltweit 17 Pinguinarten. Diese kommen jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Meer und watscheln teilweise 2 km bis zu ihrem Bau. Meist kommen sie in Gruppen und kaempfen sich dann an den Voegeln vorbei den Strand und die Duenen entlang. Ein sehr schoener und beeindruckender Anblick, leider ist fotografieren (verstaendlicherweise) strengstens untersagt! Und ohne Blitz wird das nix.
Nachdem wir dann spaet zurueck im Hostel waren, haben wir versucht zu schlafen, aber da war ein Megaschnarcher in unserem Zimmer, so dass dies kaum moeglich war.

Gestern konnten wir dann zusehen wie Pelikane gefuettert werden. Die haben richtig darauf gewartet und sich richtig um die Fische gefetzt und mit ihren Schnaebeln nacheinander geschnappt. Nachdem dieses Gerangel vorueber war, haben wir uns ein Stuendchen am Strand vergnuegt und uns auf Weihnachten in Australien eingestimmt. Ergebnis ist im Fotoalbum zu sehen 😉
Nachdem wir die Sonne noch ausgenutzt haben, hat es leider zugezogen und angefangen heftig zu regnen und so wurde die Fahrt mit der Faehre zum „Seal Rock“ zu einem teilweise sehr schwankenden Ereignis. Dort angekommen waren die Seeloewen auch sehr deutlich zu hoeren und sie waren einfach ueberall. Grosse, kleine, dicke, duennere, friedliche, kaempfende, faule, flinke, liegende, schwimmende, ruhige, bruellende, also von allem etwas dabei. Die Faehre ist hin und wieder bis auf 3 oder 4 Meter an die Felsen gefahren, so dass wir die Seeloewen aus naechster Naehe beobachten konnten, was doch sehr faszinierend war. Auf der noch mehr schaukelnden Rueckfahrt haben wir uns dann gut mit dem Faehrpersonal unterhalten und konnten noch einige Tipps fuer unseren kommenden Aufenthalt auf Tasmanien sammeln.
Nach der Ankunft in stroemendem Regen ging es dann wieder die rund 140 km zurueck nach Melbourne. Seither hat es leider nicht wirklich aufgehoert zu regnen und so geniessen wir heute einen gemuetlichen Tag und organisieren allerlei Sachen.

Zu den Dingen die wir im Visitor Center gebucht haben, gehoert auch die Faehre nach Tasmanien und nachdem wir nur Plaetze hin fuer den 24.12. und zurueck fuer die Nacht vom 28. auf den 29.12. bekommen haben, werden wir nun also Weihnachten in Tasmanien verbringen. Da kommt bestimmt mehr Weihnachtsstimmung auf, denn 30 Grad wird es dort bestimmt nicht haben, aber dafuer soll es ueberwaeltigend schoen sein. Ob das stimmt, das erzaehle ich euch beim naechsten Mal.

Bis dahin wuensche ich, und Martin ebenfalls, ein frohes Weihnachtsfest, wir stimmen uns darauf mit Lebkuchen und Spekulatius aus dem Aldi ein!

Rund 50 Fotos von der letzten erlebnisreichen Woche habe ich soeben ins Fotoalbum gestellt, schaut rein und staunt 🙂

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