Felsenmalereien, Schluchten, Pools, Wasserfaelle und jede Menge Fliegen

Am Sonntag frueh ging es, nach einer sehr kurzen Nacht, los in den Kakadu National Park.

4 Naechte campen war angesagt und nachdem wir (Britta, Sebastian, Power und ich) das Auto und die noetige Ausruestung gemietet hatten, sowie Proviant fuer die naechsten Tage eingekauft hatten, konnte es dann auch losgehen.

Gleich zu Beginn kam schon die schoenste Strecke zum Fahren, naemlich richtiges 4WD-Strecke, rund 70 km durch einen schmalen Pfad, durch den das Auto gerade durchpasste. Teilweise mussten wir Wasser durchqueren und dementsprechend sah dann auch das Auto aus, richtig eingesaut, das war ein Spass! Unterwegs haben wir dann bei nem Schlagloch ne Radkappe verloren und ne Schutzverkleidung an der Beifahrertuer verbogen, aber das gehoert dazu 🙂 Auf dem Weg kamen wir an“Red Lily Billabong“ und am „Alligator Billabong“ vorbei. Hier darf man nicht schwimmen, denn es koennen „Salties“ und „Freshies“ im Wasser vorkommen.

Im Park sind wir dann zuerst ins Visitor Information Center und dort habe ich einen Deutschen und einen Koreaner, die ich in Perth kennengelernt habe, wieder getroffen. Ich wusste, dass sie auch gerade dort sind. Sie sind jetzt auch noch in Darwin und wir machen einiges zusammen.

Vom Visitor Center ging es dann zu den „Ubirr Rock Art Sites“. Dort sind schoene Felsmalereien der Aboriginis zu sehen. Teilweise mehrere Tausend Jahre alt, teilweise erst 150, wie z.B. ein Gewehr, das es ja vorher hier noch nicht gab. Anschliessend haben wir dann den Sonnenuntergang von „Ubirr“ aus ueber den Wetlands genossen bevor wir, mit den anderen zusammen, auf einem Campground unser Lager aufgeschlagen haben.

Am naechsten Morgen ging es nochmals nach Ubirr, denn wir kamen kurz vor Schluss an und wollten noch den Rest anschauen. Nach einem kurzen Verpflegungsstopp in „Jabiru“, einer Minenstadt (im Kakadu NP wird an einigen Stellen Uran abgebaut) ging es dann weiter zum“Nourlangie Rock“ zu den naechsten Felsenmalereien bevor wir dann, nach ein paar Kilometer zu Fuss noch mehr von dieser Kunst in „Gubara“ bestaunen konnten.

Die groessten Attraktionen des Parks, die „Jim Jim Falls“ und die „Twin Falls“ haben wir leider nicht gesehen, denn da ist derzeit zu wenig bzw. gar kein Wasser, so dass man nur die Felsen und keine Wasserfaelle sehen wuerde und dafuer 120 km 4WD zu fahren lohnt sich wohl nicht wirklich. Stattdessen sind wir dann in das „Warradjan Aboriginal Culture Center“ wo wir einiges ueber die Kultur und Geschichte der Aboriginis erfahren konnten. Anschliessend sind wir zu „Yellow Water“ gefahren, wo man die Natur und Tiere beobachten kann. Danach ging es auf einer weiteren kurzen 4WD-Strecke nach „Maguk“ und dort konnten uns hier nach einigen km durch den Wald und ueber Stock und Stein den Berg hinauf an einem Pool erfrischen sowie von Wasserfaellen massieren lassen. Aus einigen Metern Hoehe in den Pool springen war natuerlich ein Muss!

Gezeltet haben wir dann bei „Gunlom“ (Nein Fabi, nicht Golum!) Dort konnten sind die naechsten Pools in der Naehe des Campgrounds und so konnten wir uns am naechsten morgen dort erfrischen. Der Pool unten ist ein heiliger Ort fuer die Aboriginis, aber dafuer kann man nach einem steilen Anstieg in den Pools oben schwimmen und nochmals nen Wasserfall geniessen. Nach dieser Erfrischung ging es nach ein paar Stunden Fahrt in den „Litchfield National Park“.

Dort sind gleich zu Begin die „Magnetic Termite Mounds“. Die Termiten bauen ihr Nest in einer bestimmten Richtung, damit sie morgens die Sonnenwaerme nutzen koennen, Mittags jedoch weniger aufgeheizt werden. Dort sind so viele auf einmal, dass es aussieht wie auf einem Friedhof. Nach den Termiten sind wir dann zu „Buley Rockhole“ gefahren und dort gibt es viele kleine Pools und Wasserfaelle die terrassenartig hintereinandergereiht sind. Hier haben wir den Tag ausklingen lassen bevor wir dann bei den „Florence Falls“ gecampt haben.

Am letzten Morgen haben wir dann „Florence Falls“ auch besucht und uns abermals ins Wasser gestuertzt und sind zu den Wasserfaellen geschwommen. Als ich mal ruhig im Wasser stand, hat mich etwas gebissen. Da wollte ich natuerlich wissen was das ist. Schaue ich also runter ins Wasser und sehe einen etwa 20 cm grossen Fisch der um mich rum schwimmt. Ploetzlich schwimmt er an mein Knie an dem ich noch die Schuerfwunde habe, und zack, beisst er mir da ein Stueck Haut ab… Auch wenn ich es gesehen habe, kam es dann doch etwas ueberraschend und war komisch. Das ist dann noch zweimal passiert, wenn auch nicht mehr am Knie. Danach hatte ich genug und wir haben uns dann auf den Weg zu den „Tolmer Falls“ gemacht. Hier darf man nicht schwimmen, dafuer aber drumrum wandern. Danach ging es dann zu unserer letzten Station, den „Wangi Falls“. Auch hier konnten wir wieder schwimmen, anschliessend sind wir noch den Wanderweg abgelaufen und haben jede Menge Fledermaeuse in den Baeumen gesehen, sowie grosse Spinnen in ihren Netzen. Auf halben Weg hat es dann heftig angefangen zu regnen, so dass wir schon wieder nass wurden, bzw. noch nasser, denn bei ca. 80-100 % Luftfeuchtigkeit und ueber 30 Grad ist es eh schwierig trocken zu bleiben.

Danach ging es dann wieder auf den Rueckweg nach Darwin und wir konnten nochmals 45 km ueber eine „Gravel Road“ fahren und dann endlich die laestigen Fliegen, welche uns die letzten 5 Tage von Sonnenauf- bis -untergang hartnaeckig belaestigt haben entfliehen. Kaum sind diese weg kommen jedoch die Mosquitos. Gegen diese hilft jedoch ein Spray, so dass es geht.

Fazit dieses Trips: 1100 km Fahrt in 5 Tagen, viel Felsenmalerei, viel wandern, viel Natur, aehnlich und doch abwechslungsreich, keine Krokodile gesichtet, dafuer jede Menge nervige Fliegen, aber gegen die hilft ja ein Fliegennetz, auch wenn man bescheuert damit aussieht…

Jetzt bin ich wieder in Darwin, ueberlege wie ich nach Cairns komme, denn der Hollaender ist jetzt schon weg.

Da jedoch am Sonntag hier die „World Solar Challenge“ startet (Rennen von Solarmobilen von Darwin nach Adelaide), bleibe ich mindestens noch bis Montag hier und schaue mir das morgen frueh mal an. Start ist um 8, wird also ne kurze Nacht…

Fotos sind auch schon online, beschriften werde ich sie morgen, muss jetzt raus aus dem Internetcafe…

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